Die Zeichen der digitalen Zeit erkennen – Interview zum Thema Digitalisierung mit Paul Großkopf – Geschäftsführer der municall digital GmbH

Digitalisierung, Industrie 4.0, Internet der Dinge – die Industrie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Wir fragen Paul M. Großkopf, Geschäftsführender Gesellschafter der municall digital GmbH, wo deutsche Unternehmen beim Thema Digitalisierung stehen, welche Themen sie anpacken müssen und wie seine Firma ihre Kunden beim digitalen Wandel unterstützt.

Den Begriff „Digitalisierung“ hören wir schon seit vielen Jahren. Was macht das Thema gerade jetzt so aktuell?

Der Begriff Digitalisierung meint im Allgemeinen die Nutzung digitaler Geräte, um Prozesse zu vereinfachen und physikalische Objekte miteinander zu vernetzen. Ein Beispiel hierfür ist die Digitalisierung von Dokumenten. Es können ganze Wandregale von Aktenordnern in die Cloud geladen und mit einer einzigen Software oder App verwaltet werden. Man kann so bestimmte Dokumente in wenigen Sekunden finden und insbesondere von überall auf der Welt darauf zugreifen. Die fortschreitende Digitalisierung findet sich auch in unseren Smart Homes, also in unseren Wohnzimmern wieder. Dort stehen intelligente Sprachassistenten von Amazon, Google und Co., die uns das Leben vereinfachen sollen. In all diesen kleinen Helfern steckt ausgereifte, hochmodernste Technik sowie Jahre der Entwicklung. Was zunächst als lustige Spielerei begann, ist inzwischen ernstzunehmender und zukunftsweisender Fortschritt. Jetzt geht es darum, mit dieser Technik weitaus größere Märkte als die Industrie zu erschließen und Unternehmen durch den digitalen Wandel zu führen und somit zukunftsfähig zu machen.

Wo sehen Sie die Kernbereiche der Digitalisierung im Unternehmen?

Hauptsächlich geht es darum, Prozesse zu überwachen und zu optimieren. Gerade im produzierenden Gewerbe können dadurch Abläufe bei der Herstellung perfektioniert und jederzeit zentral ausgewertet werden. Maschinen werden durch die Vernetzung intelligent gemacht, können also sowohl Daten senden als auch empfangen und aus der Ferne angesteuert werden. Dadurch kann wesentlich schneller und vor allem präziser in einzelne Schritte der Produktion eingegriffen werden. Die Wartung  einer Maschine kann beispielsweise durchgeführt werden, bevor sie ausfällt und die gesamte Produktion stillsteht.

Warum stehen deutsche Unternehmen so weit hinten an – haben wir den digitalen Zug verpasst?

Nein, den Zug verpasst haben wir noch nicht. Allerdings ist es richtig, dass wir hier noch wesentlich mehr tun müssen, um international den Anschluss nicht zu verlieren. Meines Erachtens ist die Tatsache nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass wir beim flächendeckenden Breitbandausbau deutlich hinterherhinken. Erst durch diesen Ausbau können neue Mobilfunk Technologien wie 5G schnellstmöglich eingeführt werden. Hier sehe ich die Netzbetreiber in der Pflicht.

Was gilt es jetzt für Unternehmen zu tun?

Digitale Technik allein macht Unternehmen noch nicht fortschrittlicher oder effizienter. Hier gilt es zuerst die passende Strategie zu erstellen, um langfristig von den Vorteilen der Digitalisierung zu profitieren. Dazu bedarf es einer vollständigen Analyse der Arbeitsprozesse, Produktionsabläufe, Lieferketten sowie der Kosten für Mitarbeiter, Flotte und Lager. Anhand dieser Daten kann ein exakter Use-Case für das jeweilige Unternehmen erstellt werden. Dadurch wiederum kann genau aufgezeigt werden, ab wann sich die Investitionskosten amortisiert haben. Das geschieht beispielsweise durch die Vermeidung von Diebstahl, verbesserte Lebensdauer durch Analyse, oder einer Reduzierung der Serviceflotte durch gezielteres Anfahren der Objekte zum optimalen Zeitpunkt. Die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens wird also spürbar verbessert.

Können Sie ein Beispiel nennen und erklären?

Ein klassisches Beispiel der Digitalisierung finden wir bei Telematik-Lösungen für Speditionen, Lieferdienste und Unternehmen mit einer mobilen Flotte wie z.B. Pflegedienste. Hier hat sich in den letzten Jahren zwar schon Einiges verbessert, aber laut aktuellen Studien gibt es auch hier  noch sehr viel zu tun. Aus diesem Grund arbeiten wir in dem Bereich mit einem langjährigen Partner, der SINOS GmbH aus Regensburg, zusammen. Gemeinsam bieten wir hier größenunabhängige Flottenlösungen an.

Ich möchte auch gern ein Beispiel aus der Transportbranche bringen. Die Basis hierfür bildet ein GPS-Gerät mit integrierter SIM-Karte, das im Cockpit des Fahrzeugs verbaut ist. Damit stehen Disponenten, Fahrer und Fahrzeuge über das Mobilfunknetz ständig im Kontakt. Der Fuhrpark-Leiter kann nicht nur mit jedem seiner Fahrer direkt kommunizieren, sondern auch über das Auftragsmanagement Touren kurzfristig abändern oder neue hinzufügen. Die aktuellen Informationen werden dabei automatisch auf das Display im Fahrerhaus übertragen. Auch Leerfahrten können dadurch vermieden werden. Durch die Eingabe der Fahrzeugdaten – wie deren Breite und Höhe – berücksichtigt das Navigationssystem automatisch Brücken und Tunnel auf der Route, durch die das Fahrzeug nicht fahren darf. Zusätzlich lassen sich Informationen zum Fahrzeugsystem, Tourenverlauf oder Fahrstil abrufen. Diese Daten können in der Zentrale komfortabel und in Echtzeit überwacht und ausgewertet werden.

Wie unterstützt die municall digital GmbH ihre Kunden bei der digitalen Transformation?

Wir sehen uns in einer beratenden und betreuenden Tätigkeit und unser Ziel ist es, diese komplexen Themen für Unternehmen wesentlich zu vereinfachen. Als unabhängiger Dienstleister arbeiten wir mit sämtlichen Netzbetreibern sowie Hardware- und Softwareherstellern zusammen und können unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen aus einer Hand anbieten. Dabei profitieren wir natürlich auch von unserem Mutterunternehmen, der municall new communication, die mit 15 Jahren Erfahrung am Markt ein riesiges Netzwerk aus Partnern, Kunden und Netzbetreibern aufgebaut hat. Durch eine weitere strategische Beteiligung an der Waedt GmbH, einem Münchner IT-Unternehmen, haben wir nun hausintern alle Möglichkeiten, um unsere Kunden optimal zu beraten und flexibel zu reagieren.

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